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3D Forum > Seltsame Reflektion in Teeglas

Seltsame Reflektion in Teeglas

15.04.2020 11:42
 
Mustapha MondMi. 15 Apr. 2020, 11:42 Uhr
Hallo zusammen,


ich bin neu bei Blender und habe dieses Teeglas für Cycles gemacht.

Und mir scheint die Reflektion im Glas nicht physikalisch korrekt zu sein.
Vor allem wie die Fläche sich im Glas als Oval spiegelt.

Die Normalen sind richtig ausgerichtet, das habe ich überprüft.

Als Material habe ich für das Glas ein Glass und Glossy BDSF mit einem Fresnel Layer Weight überlagert.
Für den Tee das gleiche nur mit einer anderen IOR und Volume Absorption.

Den Tee habe ich so modeliert, dass seine Oberfläche zwischen der Innen- und Außenfläche des Glases liegt um eine Realistische Lichtbrechung zu erschummeln, das habe ich aus einem Tutorial.

Woran liegt das alles? Kann man das beheben oder geht das schlicht nicht besser?


Vielen Dank schon jetzt für eure Hilfe smile
 
 
TilesMi. 15 Apr. 2020, 11:46 Uhr
Hi Mustapha,

Irgendwas spiegelt sich da, ja. Aber ohne die Szene zu kennen wird es schwer rauszufinden was da los ist.

Könntest du uns da bitte mehr Infos geben?

LG Tiles
 
Mustapha MondMi. 15 Apr. 2020, 11:57 Uhr
Hi Tiles,

spiegeln tut sich eine helle, quadratische Fläche (auf der das Glas Steht) und ein HDRI einer Wüste.

Und das komische Oval ist der Himmel umgeben von der Fläche.
 
Mustapha MondMi. 15 Apr. 2020, 11:59 Uhr
Das ist die Szene
 
 
TilesMi. 15 Apr. 2020, 13:15 Uhr
Ja da hast du doch dann deine Ursache. Das ist eben die Spiegelung die dabei entsteht smile
 
JoleMi. 15 Apr. 2020, 14:03 Uhr
Möglicher Grund:
Die Ebene, auf welcher das Glas steht, verdeckt die Wüstenlandschaft und lässt nur den Himmel als Reflektionsobjekt zu.
Möglicherweise meinte Tiles das in seiner Antwort, die mich allerdings - off topic - philosophisch ins Grübeln bringt:
Gibt es in der digitalen/virtuellen Welt "Ursachen" (wie in der realen Welt) oder nicht doch nur Gründe/Bedingungen?
 
Mustapha MondMi. 15 Apr. 2020, 14:42 Uhr
Ja exakt so ist es. Die Fläche verdeckt alles bis auf den Himmel, welcher dann als Oval zu sehen ist.

Besonders deutlich wird es, wenn man farbige Objekte um das Glas stellt (siehe Bild 1 und 2) von denen spiegeln sich dann zwei im Glas.

Aber so ist das nicht in echt.
Ich habe das mal "professionell" nachgebaut" (hatte nur ein Schnapsglas )
(siehe Bild 3 und 4)
Hier spiegeln sich keine der Stiftdeckel und auch die Kante der weißen Fläche und das Himmels-Oval darin sind nicht zu sehen.

- - - Bilder folgen - - -


Und @Jole was deine philosophische Frage angeht: Ursache und Wirkung sind digital von gleicher Natur wie analog, da ja alles aus Materie besteht. Auch die "Software". Computer können ja auch z.B. keine wirklichen Zufälle erzeugen, nur scheinbare Zufälle.
Die Frage ist dann eher, ob es so etwas wie Zufälle generell überhaupt gibt, also ob unser Universum deterministisch ist oder nicht (oder relativer Indeterminismus?)
Laplacescher Dämon und so..
 
Mustapha MondMi. 15 Apr. 2020, 14:44 Uhr
hier sind alle Bilder in einer PDF
 
JoleMi. 15 Apr. 2020, 16:38 Uhr
Hi,
deine PDF-Bilder sind wohl als Bestätigung zu werten - aber das war ja auch nicht anders zu erwarten.
Oder liege ich da irgendwie falsch?

[Klugscheiss-Modus an:]

Und @Jole was deine philosophische Frage angeht: Ursache und Wirkung sind digital von gleicher Natur wie analog, da ja alles aus Materie besteht.

Woraus "Natur" nun eigentlich besteht, darüber streiten sich ja bekanntlich die Gelehrten (zB Teilchen vs Welle und was es noch so alles geben mag ;-)).
Aber es macht wohl schon einen kleinen Unterschied, ob in der physischen Realität ein Flugzeug auf ein Gebäude stürzt oder ob das nur in der virtuellen Realität geschieht. Die Folgen eines solchen virtuellen Absturzes erfolgen auch nicht in notwendiger Weise dh nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung, sondern werden relativ willkürlich durch das Drehbuch festgelegt - dem Superhelden macht sowas in der virtuellen Realität mitunter überhaupt nichts aus - in der physischen Realität durchaus.
Ursache-Wirkungs-Ereignisse werden in der virtuellen Welt nur simuliert, aber es gibt sie nicht tatsächlich als solche mit Notwendigkeit ablaufende Ereignisfolge und können deshalb auch ganz anders laufen. Bloße Willkür oder Konvention regelt letztlich das virtuelle Geschehen, aber keine "ehernen" Naturgesetze.

Auch die "Software". Computer können ja auch z.B. keine wirklichen Zufälle erzeugen, nur scheinbare Zufälle.

Jo, genauso wie ein nur virtuell simuliertes (dh nur scheinbares und nicht faktisch) bestehendes Ursache-Wirkungs-Geschehen.

Die Frage ist dann eher, ob es so etwas wie Zufälle generell überhaupt gibt, also ob unser Universum deterministisch ist oder nicht (oder relativer Indeterminismus?)

Auf der (Makro- und Meso-)Ebene unsrer Wirklichkeit sind sich die Physiker da schon relativ einig, über die Gültigkeit des Ursache-Wirkungs-Gesetzes und rechnen damit.
Nur auf der mikroskopischen Quantenebene wird das in Frage gestellt - deshalb bevorzugt man hier auch eine rein statistische Beschreibung von Ereignisszusammenhängen, die deshalb dann auch nicht als Spezialfälle von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen aufgefasst werden können, wie die Ereignisfolgen unsrer beobachtbaren physischen Wirklichkeit...
[Klugscheiss-Modus aus]

Gruß, Jole
 
WigandMi. 15 Apr. 2020, 19:06 Uhr
Zu dem Bild:
So wie @Tiles es schon schrieb,
Die Reflexion und Brechung ist korrekt. Ich habe solche Effekte in realer Umgebung
schon oft beobachtet. Es ist halt nur so, dass wir oft erst etwas anderes erwarten.
Darum gibt es auch die "optischen Täuschungen".
Ich habe mir schon viele Gedanken darüber gemacht, ob man auch im 3D Bereich
mehr darauf achtgeben sollte, dass keine Bilder entstehen, die man falsch
interpretieren könnte. Denkt mal an die Bilder, die gerade so "In" sind, wo
Menschen sich auf Fotos an den Schiefen Turm von Pisa "lehnen". Die Bilder
zeigen nur die Realität, die man aber missversteht, weil man das Bild nur in
2 Dimensionen sieht.



Ursache-Wirkungs-Ereignisse werden in der virtuellen Welt nur simuliert, aber es gibt sie nicht tatsächlich als solche mit Notwendigkeit ablaufende Ereignisfolge und können deshalb auch ganz anders laufen. Bloße Willkür oder Konvention regelt letztlich das virtuelle Geschehen, aber keine "ehernen" Naturgesetze.



Eine Wirklichkeit, in der es z.B. keine Gravitation gäbe, würde wohl nicht lange existieren.
Oder es gäbe uns sicherlich nicht. Darum muss man davon ausgehen, dass es für uns nicht
viele Alternativen geben könnte. Das schlägt sich dann auch bis in die virtuelle Welt nieder.
Denkt doch mal an Träume. Sobald man im Traum etwas sieht, das physikalisch nicht möglich ist,
denkt man, das kann nicht sein, und wacht meist sofort auf. Allerdings ist das abhängig davon,
wie bewusst man sich gerade im Traum ist. Eine virtuelle Welt, die nicht den uns bekannten
Naturgesetzen gehorcht wird schnell als eine Illusion erkannt. Das ist eines der Gründe, warum
ich denke, dass auch in einem Computer die Ereignisfolge zwingend ist. Auch in einer Software
kanndie Zeit nicht wirklich rückwärts laufen.
 
 

 


 
 
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