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Studium im Design-Bereich

11.03.2012 16:26
 
juselSo. 11 Mär. 2012, 16:26 Uhr
Hallo,
ich bin Schüler und baldiger Abiturient und mache mir langsam Gedanken um eventuelle Studiengänge.
In der 10. Klasse habe ich einmal ein Praktikum beim Fotografen gemacht und interesse mich seitdem für Bildbearbeitung / Design.
Innerhalb des letzten Jahres habe ich mir autodidaktisch Photoshop Kenntnisse angeeignet und beherrsche das Programm mittlerweile sehr gut. Nun habe ich beschlossen mich mit 3d-Design zu beschäftigen, zunächst einmal mit der Demoversion von Cinema 4d.
Nachdem ich auch hier erste Erfolge erzielen konnte und mittlerweile die ersten einfachen Objekte gut hinbekomme habe ich mir ernsthaft überlegt eventuell etwas in diesem Bereich zu studieren
Der Umgang mit dem PC fällt mir ebenfalls leicht und auch meine Englischkenntnisse sind überdurchschnittlich.
Das große Problem: im Kunstunterricht und im Umgang mit Photoshop ist mir deutlich geworden, dass mir Design zwar sehr viel Spaß macht und mich wirklich interessiert, meine Kreativität aber leider sehr zu wünschen übrig lässt. Auch meine konkreten gestalterischen Fähigkeiten sind begrenzt (malen/zeichnen/Plastizität)

Nun meine Frage: Wie wichtig ist denn Kreativität für solche Bereiche?
Gibt es konkrete Studiengänge bei denen Kreativität keine große Rolle spielt?

Vielen Dank im Vorraus.

mfg
Max Rolle
 
AngborSo. 11 Mär. 2012, 17:40 Uhr
Was heißt du hast im Kunstuntericht gemerkt das du nicht kreativ bist, vielleicht hast du einfach noch nicht dein Medium gefunden. Ansonsten ist Kreatvität schon irgendwie wichtig im Kreativgewerbe. smile Ansonsten lass halt mal was sehen.
 
juselSo. 11 Mär. 2012, 18:34 Uhr
Erstmal danke für die schnelle Antwort.
Naja kurz gesagt ich habe einfach nicht die Ideen die andere haben, einem Freund von mir kann man ein Blatt papier geben und er malt völlig aus dem nichts irgendwas abstraktes hin was aber trotzdem gut aussieht, sowas könnte ich zum Beispiel wohl eher nicht ^^

Wie gesagt habe ich mich lange mit Photoshop beschäftigt, da ich aber niemand hatte der mir das beigebracht hätte sieht das ganze für Profis wohl ziemlich dilettantisch aus.
Hier mal ein link zu meinem Profil bei deviantart: http://jusel.deviantart.com/gallery/34583713
In der Gallerie ist auch mein erstes 3d Modell drin, dass ich heute nach ein paar Stunden einarbeiten mit cinema 4d gemacht hab.
Das ganze hat mich einfach interessiert deswegen habe ich mal einen Rundumschlag durch alle Genres gemacht, von gif animation über HDR bis light painting.

Was das Studium angeht hatte ich gehofft, dass man z.b. bei Special effects oder vllt in der Videospielbranche eher nach Auftrag arbeitet, sprich das technische know-how wesentlich wichtiger ist als Kreativität^^
Aber darum bin ich ja hier, um Profis zu finden die es besser wissen
 
FabeeSo. 11 Mär. 2012, 18:55 Uhr
Man muss kein großer Komponist sein um ein guter Musiker werden zu können. 3D-Grafik ist vor allem Handwerk. Im Berufsalltag werden dir Aufgaben gestellt, die umzusetzen sind. Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
mp5gosuSo. 11 Mär. 2012, 18:59 Uhr
Es ist übrigens ganz normal mit der Kreativität.
Mal ein Beispiel: Da ist ein Kreativer, der eine Idee hat. Ein Hund rennt über eine Wiese. Er kann diesen Gedanken in hunderten Facetten niederzeichnen (mal andere Stimmung, mal ein Hunderudel, mal eine Hütte im Hintergrund, etc.). Sein Problem: Er kann es nicht in 3D umsetzen.

Anders sieht es beim folgenden 3Dler aus: Er kann die Zeichnung und Idee des Kreativen 1:1 in kürzester Zeit umsetzen. Ihm fehlt es jedoch an Kreativität, er wird immer nur die Szene so umsetzen, wie er sie vorgesetzt bekommt.

Dann gibts da noch ne dritte Art. Nämlich die, die beides beherrschen. Die Zahl der Menschen ist aber so gering, dass man sie an 3-4 Händen abzählen kann.

Du siehst also, Du gehörst wschl. zur 2. Gruppe. Macht ja nix. Es geht meist immer nur entweder oder. Setzt Du Dich zuhause mit dem Bleistift und Pinsel hin, wirst Du über die Jahre den Umgang mit 3D-Software allmählich verlernen... (Verlernen vielleicht nicht, die fehlt aber die gängige Praxis).

Es gibt auch nicht umsonst bei Produktionen Spezialisten für jeden Kleinkram (Modeller, Rigger, Unwrapper, Texturing Artists, Concept Artists, Lighting Artists usw.)
 
juselSo. 11 Mär. 2012, 19:41 Uhr
Na das beruhigt mich ja erstmal, denn wie gesagt, technisches Potenzial und Ehrgeiz sind auf jeden Fall vorhanden.
Wie sieht es denn mit konkreten Studiengängen aus?
Welche gibt es, welche sind für meine Bedürfnisse zu empfehlen? (habe schon im Internet nach Möglichkeiten gesucht, bin jedoch bis auf verschiedene Universitäten nicht wirklich fündig geworden)
Konkrete Berufe die man danach ausüben könnte wären vielleicht auch noch ganz interessant zu wissen.

Danke für die Hilfe
 
juselMo. 12 Mär. 2012, 19:10 Uhr
Keiner eine Idee?
 
TilesMo. 12 Mär. 2012, 19:20 Uhr
Kommt drauf an in welche Richtung du marschieren willst. Filmakademie Ludwigsburg oder eher Games Academy, oder eher Webdesigner, oder eher ... Was willst du konkret anstellen?

Privat weiterbilden schadet jedenfalls nie.
 
juselMo. 12 Mär. 2012, 21:36 Uhr
Ich denke mal Richtung post production (VFX) oder auch game modellierung/animation.
Zumindest schon mal grob in diesem Gebiet.
Habe da noch keinen wirklichen Überblick was alles in Frage kommt, wie gesagt, mangelnde Kreativität ist mein Problem.
 
GuyGoodMo. 12 Mär. 2012, 23:12 Uhr
Na ja, muss man auch nicht ehrlich sagen, dass es eine Frage des Geldes ist? Games Academy ist nicht günstig. Sicherlich aber recht sinnvoll, wenn man wirklich in die Richtung gehen will.

Im Prinzip müsste man sich folgende Fragen stellen (ich setz einfach mal irgendwo an^^)

1. Hab ich genügend Kohle oder will ich Kredit(e) aufnehmen?
2. Geographischer Ort? Deutschland? Ausland?
3. Private Schulen oder öffentliche Schulen?
4. Studium oder Ausbildung?

Was jetzt Deutschland betrifft, also es klang ja so an, als hast du bisher nur Photoshop gebastelt und ein klein wenig C4D. Und dann möchtest du Game modelling/animation machen. Das schließe ich nicht aus, aber weisst du, was du da machen wirst? Langweilt dich das vielleicht nach 4 Wochen Studium?

Ich weiss ja nicht, was andere Leute noch dazu sagen können, aber was vielleicht so grob in Deutschland an öffentlichen Einrichtungen existiert (kein Anspruch auf Vollständigkeit) aber nicht direkt in Richtung 3D geht:

Mediendesign/Graphikdesign

vielleicht noch Industrial Design, wobei das wohl mehr in Richtung Handwerk geht und schon wesentlich abschweift denke ich? (keine genauen Erfahrungen)

Medieninformatik, wobei das auch nur sehr grenzwertig ist. Da könnte man sich in Richtung Technical Artist/Technical Director spezialisieren, wobei hier ganz klar die Programmierung und die Informatk im Grundstudium im Vordergrund steht. Das sind für Leute, die wirklich nur 3D-mäßig tätig werden wollen teilweise große Hürden. Da ich das selbst studiere, kann ich dir dazu genaueres sagen, aber so wie ich das verstanden habe, unterscheidet sich das Lehrangebot auch teilweise sehr deutlich von Uni zu Uni (bzw FH zu FH). Da müsste man sich vorher gut informieren, falls man das studieren möchte, wo es ein gutes Lehrangebot in Richtung 3D gibt...


Tjo, und ansonsten eben so Filmhochschule und Games Academy in Deutschland ganz klar, was wirklich in deine gewollte Richtung geht.

Ein kleiner Tipp wäre vielleicht noch in der Schweiz (Zürich) gibt es auch einen Studiengang "Game Design". Dafür wird aber (glaube ich!) eine Portfolio-Mappe benötigt und der Studiengang ist auch gut gefragt, so wie ich das gehört habe. Was Österreich betrifft, kann ich nix sagen, gibt es aber sicherlich auch was....
Ansonsten Vancouver FIlm school und was es noch so alles auf der Welt gibt..... *hust*

Na ja, ich wollte nur mal paar Sachen in den Raum werfen, da kannst du dich ja erstmal drüber informieren, in welche Richtung du wirklich gehen willst. Im Übrigen finde ich dein deviantArt Profil nicht schlecht, ob das aber als Portfolio für ein "Game Design" studium reicht, kann ich dir nicht beantworten (wohl kaum einer). Aber von sowas sollte man sich nicht abschrecken lassen, einfach Bewerbungen verschicken und abwarten denk ich.
 
 

 


 
 
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