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Welches Programm ?

27.09.2014 11:41
 
MenzerSa. 27 Sep. 2014, 11:41 Uhr
Hey..

Ich bin neu hier und habe einmal eine Frage an die Veteranen.
Ich frage mich welchen Weg ich gehen soll. Jedes 3D- Programm hat ja seine Vor-und Nachteile.
Nun frage ich mich, mit welchem Ich später die besseren Chancen auf einen Beruf habe und mit welchen Programmen ich was Besser Modellieren kann ? Würde mich sehr über Antworten freuen.
 
TilesSa. 27 Sep. 2014, 12:14 Uhr
Hi Menzer,

Das Thema ist so alt wie die Software dazu. Und wurde hier schon mehr als einmal behandelt.

Hast du Geld oder bist Student gibts sehr viel Auswahl. Die Big Boys in der Industrie sind Cinema4D, Modo, Max, Maya, und als Ergänzung an der Sculptingfront ZBrush. Hast du kein Geld, und bist kein Student, dann bleibt eigentlich nur das Open Source Programm Blender. Blender ist aber ein Hobbytool, das kommt in der Industrie nur in homöopathischen Dosen vor. Was natürlich nicht heisst dass man damit nichts anstellen könnte. Wenn du dich aber beruflich in Richtung 3D orientieren willst bist du mit den Industriestandards natürlich besser dran.

Welches für dich jetzt hier das Beste ist kommt auf dein Budget an. Wenn du die Dinger voll zahlen musst musst du eben dein Budget anschauen. Blender ist wie gesagt Kostenlos. Mit Blender Kenntnissen kommst du aber in der Industrie nicht weit. Am Meisten gefragt ist nach wie vor Maya und Max. Auch mit Cinema4D kommt man recht weit. Modo ist inzwischen auch recht verbreitet.

Programme wie ZBrush, Mudbox oder 3D Coat wirst du auch irgendwann brauchen. Sculpting ist der Quasistandard für Charactererstellung. Das ist aber eine Ergänzung, kein Ersatz für die anderen Programme.

Als Student kannst du dich komplett kostenlos bei Autodesk eindecken. Auch von Cinema4D gibt es inzwischen eine Studentenversion. Somit bist zumindest bis Studienende erst mal eingedeckt. Modo weiss ich nicht genau, aber ich glaube die haben inzwischen auch eine Eduversion.

That said, mit was du loslegst ist erst mal gar nicht so wichtig. Ein Mesh kannst du in allen gängigen 3D Programmen basteln und texturieren. Wichtig ist dass du erst mal rausfindest ob 3D Grafiken machen überhaupt was für dich ist. Denn das ist zwar viel Handwerk, aber ohne künstlerisches Talent kommst du da nicht weit.

Und dann gilt noch zu bedenken dass der Grafikermarkt relativ überlaufen ist. So richtig dolle davon leben können nur die absoluten Topleute.
 
GastSa. 27 Sep. 2014, 12:48 Uhr
Jupp, da kann ich mich tiles nur anschließen!

Mich würde in erster Linie interessieren ob du auf irgend eine Art und Weise
Bereits Berührung mit dem Thema Kunst hattest...hört sich blöd an, aber das wichtigste ist nunmal ein extrem ausgeprägtes räumliches Denkvermögen sowie die Fähigkeit etwas zu gestalten was vorher nicht existiert,oder wen nur in 2D. Kannst du zeichnen(Concept), verstehst du design(wichtig wenn du etwas modellieren Must was nicht von dir ist),kannst du fotografieren ( shading/lighting) wie gut bist du in Mathe (setup/Programming)?
Alle diese Punkte müssen, so hart das auch klingt passen um auf dem, wie tiles es bereits sagte, völlig überlaufenden Markt durch zu kommen!! Besonders als Anfänger solltest du dir in erster Linie darüber Gedanken mache wo du hin willst! Die Tools sind Nebensache und helfen dir nur deinen Job machen!
Wenn du mit C4D nicht modellieren kannst und die proportionen nicht drauf hast,dann kannst du es auch nicht mit irgend einer anderen Software!!

Gruß,
Dennis
 
MenzerSa. 27 Sep. 2014, 13:30 Uhr
Vielen Dank für euer Feedback.
Na das klingt ja alles sehr Hart
Also die Schlüsselwörter helfen mir schon mal sehr weiter. Ich selber habe grade eine schwierige Entscheidung zu treffen. Es geht um meine Zukunft. Der Weg des 3D- Artisten ist also so weit ich verstehe ein "Sehr" Schwieriger und weiter Weg. Zusammengefasst : Entweder ich mache es richtig oder gar nicht ?.
 
tal0canSa. 27 Sep. 2014, 13:45 Uhr
So ist es, die meisten Menschen denken wirklich ein Programm macht einem die Kunstwerke, dem ist nicht so, der Weg zum Erfolg führt auch hier über harte Arbeit.
MfG
 
stoNeSa. 27 Sep. 2014, 14:20 Uhr
Zusammengefasst : Entweder ich mache es richtig oder gar nicht ?.

Nein
man kann das ganze auch völlig kostenfrei als hobby betreiben
 
TilesSa. 27 Sep. 2014, 14:40 Uhr
Und sauviel Spass dabei haben

Man kann aber auch ein Hobby zum Beruf machen wenn man irgendwann mal feststellt dass man gut genug ist. Aber wie bei so vielen Jobs, als Hobby macht die Arbeit deutlich mehr Spass smile

Beim 3D Sektor ist halt eine Karriere echt übelst schwer zu planen. Das ist nichts worauf du am Anfang für die Rente planen kannst. Weil das von zu vielen Faktoren abhängt. Das geht schon damit los dass Kunst schwer Subjektiv ist und vom Betrachter abhängt.
 
VisionOfVictorSa. 27 Sep. 2014, 15:46 Uhr
Also eins kann ich dir jedenfals aus meinem Blickwinkel sicher sagen. Und anderen werden es dir hier auch bestätigen:
Solche Programme sind vollbeladen mit Funktionen und Optionen.
Und obwohl man mit schon teils wenig Funktionen und Optionen einiges anstellen kann, gibt es soviele Funktionen und Option in solch 3D Programme heutzutage (jedenfals in den BigBoys), das du noch Jahre daran knabbern wirst, dir was beizubringen.

Wenn man sehr, sehr intensiv das Programm kennen lernt, kann man schon einiges vieles endecken in einem Programm. Aber es ist wirklich so vollbeladen, das du als Neuling das einfach nicht glauben magst, bis du es selbst erlebst.

Stell dir vor jemand sagt du musst seine GROSSE Familie kennen lernen.
Nach intensiven kennenlernen, vom Grossvater, der Grossmutter, Freund, Freundin seines Bruders, seiner Freundin, und seines Sohnes, seiner Schwieger Tocher, die noch nicht geborene Tochter, der Verwandte in Afrika, der Onkel in Amerika, ect. ect., Stellst du irgendwan mal plötzlich fest: Das diese Familie ein ganz, grosses Weltberühmtes Fussballstadium ist, das du kennen lernen musst.
So extrem sind die Programme heute mit Funktionen und Optionen beladen. Dann kommt noch die eigene Erfahrung mit der Arbeit selbst und die Wege die du mit diesen Funktionen und Optionen selbst gehst und dir selbst beibringst um ein mehr oder weniger "eigener" Arbeitsstil/Vorgänge zu verinnerlichen.
Dann noch alle Zeit die du investierst in nur schon gucken von tausenden von Tutorials, damit du dahinter kommst, was die Funktionen und Optionen können.
Es ist also eine ganze, ganze Mänge was dir mit solch einem Programm gegeben wird und manchmal sind die Funktionen und Optionen wirklich so miteinander verbunden und schwer zu erlernen, das du echt Mühe hast, all diese tausend Dinge richtig zu kapieren und korrekt zu ortnen. Vorallem deshalb auch, weil du eine gelernte Option oder Funktion unter Umständen schnell wieder halbwegs vergisst, weil du in der Zwischenzeit dich darum bemüht hast noch andere Funktionen und Optionen kenne zulernen.

Ich selbst habe nur ZBrush. Und habe nach (ich betone)-nur einen intensivem Jahre, von lernen des Programmes, erst einige Sachen verinnerlicht und manche teils immer wieder halbwegs vergessen, weil ich damit noch kaum Erfahrungen sammeln konnte um Sie zu verinnerlichen.
So schlimm ist es zwar nicht wie es klingt. Aber auch nicht nicht zu glauben.

Dann gibts noch oft viele Fachwörter und solch änliche Dinge, die man verstehen muss, damit man überhaupt versteht um was es sich handelt, bei manch 3D Themen.
Kannst du nur halbwegs Englisch, wirst du es nochmals doppelt so schwer haben.

Es ist wirklich viel.
Aber es kommt sicherlich auch drauf an was du dir denn alles beibringen willst. Also wo deine Prioritäten liegen. Hast du viele, oder nur wenige?!

Meiner Meinung nach frag dich selbst: Was ist dir wichtiger und was weniger wichtiger.
Bist du eher der Sculpter oder der Modellierer.
Willst du erst mal das eine besser können als das andere.
Willst du dich für sehr lange Zeit absichern und deshalb gleich eines der "besten/grössten" Programme dir zulegen.
Willst du aber wiederum dadurch dir in Kauf nehmen das die Updates bei manchen Programmen sehr teuer sind und bei manch anderen Programmen sogar gratis? Bei wiederum anderen wiederum mittelmässig teuer, ala solala kosten, um auf den neusten Stand zu sein.

Hängt halt alles zusammen. Und mache Programme sind warscheinlich angenehmer für manche Arbeiten und manche für andere.

Irgendwan musst du aber ins kalte Wassser springen und dich für was entscheiden.

Im groben gesagt, würde ich mal so vermuten (bin da nicht so der absolute auskenner), das du dich für gewisse Dinge entscheiden musst in der 3D-Welt und auf andere ein bisschen verzichten musst.

Machst du zb. lieber Wohnungen, oder Sculptest du gerne lieber, oder ist dir Animation wichtiger oder Kameraführung (Kameratracking? "Auch animierte?!")

Nicht das manch Programme nicht alle diese verschiedenen Thematiken in ihrem Programm beherrschen.
Aber manche Programme beherrschen manches besser als das andere und Umgekehrt.

Es gibt sogar Programme um Landschaften zu kreeiren, die eher auf das spezialisiert sind.
Manche mehr auf Kameratracking (ich weiss nicht, ist das Vodoo? Wie gesagt, bin da nicht so der kenner).

Will dir nur sagen auf was du dich schlussendlich einlässt.
Manche Programme sind meiner Meinung nach es nicht wert, Sie zu kaufen, weil Sie einfach zu teuer sind, für nur den Hobbygebrauch.
Wiederum andere (wie ZBrush, das zu den professionellen Programmen trotz allem auch zählt), kosten nicht mals so extrems viel, obwohl Sie eher in der grösseren Liga mitspielen. Wenn man Sie mit teils anderen professionellen Programmen vergleicht. Dafür kann ZBrush eher nur zu 85% nur sculpten).

Es gibt halt von allem was. Die Frage ist: Weisst du WAS DU EHER TEDENZIEL WILLST?

Ich zb. wusste von Anfang an: Das ich eher sculpter sein will und nur solche Dinge kreeiren will, wie Kinoposter, Fantasiebilder, oder Charakterkonzepte.
Da wusste ich bereits, das sich für mich mehr nur tedenziel, ZBrush und Photoshop lohnt.
Und jetzt bald mit dem neuen ZBrush Update, dann noch KeyShot, was ganz gut zu meinem Thema meines Hobbys passt.

Wo willst aber du hin?
 
IrmisatoSa. 27 Sep. 2014, 17:48 Uhr
Hast du Familie? wie wichtig ist dir Zeit mit Freunden?
Wenn du 3D lernst, wirst du für beide nur noch sehr wenig Zeit haben.

Um 3D-Hobbyist zu werden, wirst du nach einem guten Jahr brauchbare Ergebnisse erzielen. Um beruflich damit zu arbeiten, einiges länger.
Ich habe 4 Jahre intensiv gelernt, bevor ich es in meinen Beruf als Grafikerin einbeziehen konnte. Dann musste ich aus privaten Gründen damit aufhören. (Mann gestorben, 3 Kinder alleine grossgezogen.) Nun sind meine Kinder erwachsen und ich fange nach 8 Jahren wieder damit an. Die Software hat sich so verändert, dass ich quasi von vorn beginne.

Wenn dir solche Dinge klargeworden sind und du trotzdem sagst, "ich will das", dann ist es eigentlich völlig egal, welches Programm du hast.
Kaufe keines. Probiere jedes aus, und das mit dem du dich wohlfühlst ist "deines". Bei mir war nach reichlich ausprobieren Maya das Programm meiner Wahl, darauf habe ich gespart. Dann habe ich bei einem Wettbewerb Cinema4D gewonnen und damit bin ich seit 2004 (mit mehrfachen Upgrades) rundum glücklich.
 
VisionOfVictorSa. 27 Sep. 2014, 18:33 Uhr
Ja, es ist wirklich nicht zu unterschätzen, das lernen.
Ich dachte zuerst, als mein Bruder von ZBrush sprach:
"ZBrush, mal Bilder per google suchen."
Also nächstens machte es bei mir: "WUUUUUUUAUUUUU! SOWAS WILL ICH AUCH".
Ca. 2 Jahre später war ich soweit und dachte mir: "Ach was solls, das ist voll mein Ding, kaufe ich es und steige da in diese Welt rein und kreeire mir solche coolen Bilder, die ich so auf Google sah."
 
 

 


 
 
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